Der Anlagefonds ist ein Korb mit einer grossen Anzahl verschiedener Wertschriften. Dabei wird der Fonds in eine bestimmte Anzahl Anteile – Fondsanteile – zerlegt. Der Inhaber eines Fondsanteils besitzt somit Bruchteile all der im Fonds befindlichen Wertschriften. Je nach Art der im Fonds befindlichen Wertschriften spricht man von Aktienfonds, Obligationenfonds, Geldmarktfonds oder gemischter Fonds. Anlagefonds wurden ursprünglich für den Kleinanleger konzipiert, werden aber mehr und mehr auch von Grossinvestoren bevorzugt.
Strategiefonds enthalten Aktien, Obligationen und Geldmarktanlagen. Ideal für Anleger, die nur ein paar tausend Franken anlegen und trotzdem weltweit in Aktien und Obligationen investiert sein möchten. Strategiefonds unterscheiden sich im Aktienanteil. Fonds mit einem Aktienanteil bis zu 70 Prozent werden „Growth“ oder „Wachstum“ genannt. Hat der Fonds das Anhängsel „Balanced“ oder „Ausgewogen“, so halten sich Obligationen und Aktien in etwa die Waage. Bei Fonds mit dem Zusatz „Income“ oder „Einkommen“ liegt der Aktienanteil unter 30 Prozent. Die Banken empfehlen ihren Kunden, welche weniger als 100'000 Franken anzulegen haben, meistens nur solche Fonds an. Doch gemischte Fonds haben einen Nachteil. Es gibt Zeiten, da empfiehlt es sich, Aktien zu kaufen und Obligationen zu verkaufen – oder umgekehrt. Will man dann einen Teil der Fondsanteile verkaufen, verkauft man gleichzeitig Aktien und Obligationen, obschon man je nach Marktlage die eine dieser beiden Kategorien behalten möchte. Auch Anlageziel-, Portfoliofonds oder gemischter Fonds genannt.
Geldmarktfonds investieren in kurzfristige Geldmarktanlagen. Sie gelten als Alternative zu Festgeldern, welche nur mit hohen Vermögen zu haben sind. Geldmarktfonds schütten einen höheren Zins aus als Sparkonti. Zieht man jedoch die Ausgabekommission und die Depotgebühr in Betracht, so rentieren Geldmarktfonds kaum mehr als das gewöhnliche Sparkonto.
Obligationenfonds unterscheiden sich nach der Währung, der Bonität oder der Laufzeit. Das wichtigste Kriterium ist die Währung. Wer einen Oblifonds in Dollar kauft, ist damit in erster Linie einem Währungsrisiko ausgesetzt. Viele Fonds investieren nur in Obligationen mit der höchsten Bonität von AAA oder AA. Fonds mit risikoreichen Obligationen der Bonitätsstufen BBB oder noch tiefer nennt man Hochzins- oder High-Yield-Obligationen. Im Unterschied zu gewöhnlichen Obligationen haben Obligationenfonds keine Laufzeit. Für den Privatanleger haben Obligationenfonds nicht die gleiche Bedeutung wie Aktienfonds.
High Yield heisst hohe Rendite. Doch nur Obligationen mit einer schlechten Schuldnerqualität haben es nötig, überdurchschnittlich hohe Zinsen zu bezahlen. Solche Papiere - auch Junk-Bonds genannt - sind zu meiden. Interessant sind sie aber, wenn man einen ganzen Korb solcher Papiere erstehen kann. Beim Ausfall der einen oder anderen Obligation verbleiben immer noch viele andere Obligationen im Korb mit einer überdurchschnittlich hohen Verzinsung. High-Yield-Fonds sind vor allem wegen der überdurchschnittlich hohen Ausschüttung beliebt.
Wird das Fondsvermögen zu mindestens zwei Dritteln in Aktien investiert, spricht man von Aktienfonds. Im wesentlichen gibt es zwei Typen: Länderfonds und Themenfonds. Länderfonds können die ganze Welt umspannen, Regionen oder eben Länder abbilden. Innerhalb der Länder wird zwischen Bluechips und Small- und Mid-Caps unterschieden. Ein Aktienfonds orientiert sich meistens an einem Börsenindex, Benchmark genannt. Bekannte Börsenindizes sind der Swiss Performance Index (SPI) oder der Standard & Poor’s 500 (S&P). Ferner unterschieden sich Aktienfonds nach dem Anlagestil. Bei aktiven Anlagefonds versucht der Fondsmanager mit einem gezielten Herauspflücken von Aktien (Stockpicking) den Benchmark zu schlagen. Passive Anlagefonds investieren sehr nah an der Benchmark. Indexfonds bilden einen Index eins zu eins ab. Die Erfahrung zeigt, dass es Fondsmanager selten gelingt, einen Index über mehrere Jahre zu schlagen. Daher sind passive Fonds den aktiven generell vorzuziehen, zumal sie erst noch günstiger sind.
Gewisse Industriezweige sind erfolgsversprechender als andere. Aus diesem Grund sind Themenfonds entstanden. Sie investieren nur in ausgewählte Branchen. Die gängigsten Themen sind Technologie, Gesundheit, Biotech, Finanzen, Rohstoffe, Gold. In einem diversifizierten Portefeuille ist es durchaus sinnvoll, bestehende Länderfonds mit Themenfonds zu ergänzen. Auch Branchenfonds genannt.
Immobilienfonds funktionieren anders als herkömmliche Anlagefonds. Ein Fondsmanager kauft und vekauft täglich Wertschriften. Der Chef eines Immobilienfonds kann aber nicht täglich mit Liegenschaften handeln. Das Fondsvermögen, also die Anzahl der im Fonds befindlichen Liegenschaften, bleibt unverändert. Anders als herkömmliche Anlagefonds werden Immofonds an der Börse gehandelt. Beliebt sind sie vor allem wegen der überdurchschnittlichen Dividenden. Doch der Börsenwert weicht häufig vom inneren Wert ab. In den letzten Jahren lag er stets deutlich darüber. Das heisst, Immobilienfonds werden mit einem Agio gehandelt. In ein diversifiziertes Portefeuille gehörten eigentlich auch Immobilien. Doch der Börsenpreis lag in den letzten Jahren zum Teil bis zu 30 Prozent über dem inneren Wert, was doch einige Risiken birgt.
Exchange Traded Funds (ETF) sind Anlagefonds, die an der Börse gehandelt werden. Sie haben gegenüber konventionelle Anlagefonds zahlreiche Vorteile: Sie bilden eins zu eins einen Börsenindex ab. Der Anleger läuft keine Gefahr, dass der Fondsmanager die falschen Aktien kauft und damit eine schlechte Rendite erwirtschaftet, die hinter der Marktentwicklung herhinkt. ETF sind kostengünstiger, weil der Anlageentscheid durch den Index vorgegeben wird. Man kann sich dadurch die teuren Aktienanalysen sparen. Schliesslich werden ETF wie Aktien gehandelt. Man kann also bestimmen, zu welchem Preis man gewillt ist, einen bestimmten ETF zu kaufen. Hingegen bei Anlagefonds kauft man die Katze im Sack. Der Preis ist beim Kauf nicht bekannt. Der Preis bildet sich anhand der Schlusskurse der im Fonds befindlichen Aktien. Wer wenige Stunden vor Börsenschluss einen Fonds kauft, zahlt den Preis des kommenden Tages. Man nennt das Forward Pricing.
Bei einer nachhaltigen Entwicklung wird nicht nur auf ökonomische, sondern auch auf ökologische und ethische Kriterien abgestellt. Daher investiert ein Nachhaltigkeitsfonds nur in Firmen, die eben nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch und ethisch vorbildlich sind. Man spricht auch von Öko-Fonds, wenn bei der Aktienauswahl in erster Linie auf die Öko-Effizienz abgestellt wird. Bei Ethikfonds stehen die ethischen Werte im Vordergrund. Gewisse Fonds schliessen gewisse Industriezweige kategorisch aus, zum Beispiel Rüstung, Tabak, Auto, Flugindustrie oder Agrochemie. Andere verfolgen den «Best-in-class-Ansatz». Sie picken jeweils den Klassenbesten heraus. Also zum Beispiel jene Ölfirma, die ökologisch am Fortschrittlichsten ist. Sind Nachhaltigkeitsfonds auch rentabel? Oder müssen Abstriche in der Rendite in Kauf genommen werden? Gemäss den verfügbaren Studien schneiden Nachhaltigkeitsfonds zumindest nicht schlechter ab als herkömmliche Aktienfonds.
Die Grundidee von Absicherungsfonds ist genial. Der Anlager hat die Garantie, dass der Wert der Fondsanteile selbst bei einem Börsencrash nicht unter eine bestimmte Limite fällt, zum Beispiel nicht unter 90 Prozent des Einsatzes. Gleichzeitig profitiert man in der Börsenhausse von den steigenden Kursen. Leider vermögen die in der Vergangenheit erzielten Renditen kaum zu begeistern. Das Problem solcher kapitalgeschützter Produkte ist immer dasselbe: Wegen des garantierten Kapitalschutzes muss der Fondsmanager vorsichtig sein und eine mit wenigen Risiken behaftete Anlagestrategie verfolgen. Risikolose Strategien versprechen aber nur bescheidene Renditen. Andernfalls müssen die Wertschriftenanlagen gegen einen Kurssturz abgesichert werden. Das geschieht mit derivativen Finanzinstrumenten. Doch der Einsatz solcher Derivate ist immer mit hohen Kosten verbunden. Je höher die Kosten, desto tiefer die Rendite.
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