Festhypotheken weisen eine feste Laufzeit von üblicherweise zwei bis zehn Jahren auf. Der Zinssatz ist während der gesamten Laufzeit fix. Je länger die Laufzeit, desto höher der Zinssatz. Besonders interessant sind Festhypotheken bei tiefem Zinsniveau, da der vereinbarte Zins auch bei einem allfälligen Anstieg des Zinsniveaus unverändert tief bleibt. Vorteile: Man ist vor unliebsamen Überraschungen gefeit . Man weiss im Voraus, wie hoch die Zinskosten bis Ende der Laufzeit ausfallen werden. Nachteil: Sinkt das Zinsniveau während der Laufzeit, kann man von den sinkenden Zinsen nicht profitieren. Man zahlt weiterhin den vereinbarten Zins.
Bei der variablen Hypothek wird der Zins schrittweise dem Marktniveau angepasst. Variable Hypotheken waren jahrelang die einzig verfügbaren Hypothekarkredite für Privatkunden. Vorteile: Flexible Lösung, der Hypothekarkredit kann vom Kunden jederzeit ohne Kostenfolgen gekündigt werden. Nachteile: Die Zinsanpassung gegen oben erfolgt erfahrungsgemäss schneller als gegen unten. Vom Marktleader UBS wird die Variable Hypothek nicht mehr aktiv angeboten. Der offizielle Zinssatz für variable Hypotheken hatte bis September 2008 auch eine politische Bedeutung, weil er als Gradmesser für allfällige Mietzinsanpassungen dient.
Bei einer Libor-Hypothek mit Cap schützt man sich gegen starke Zinssteigerungen. Es wird für die festgelegte Laufzeit ein maximaler Zins bestimmt, den der Schuldner im Extremfall zu bezahlen hat.
Vorteil: Versicherung gegen allzu starke Zinssteigerungen. Man weiss im Voraus, wie hoch der Zins im Extremfall steigen kann. Nachteil: Der Cap ist nicht gratis. Wie für jede Versicherung zahlt man für den Cap eine Prämie, die dem Hypozins zugeschlagen wird.
Eine Portfolio-Hypothek setzt sich aus einem Paket unterschiedlicher Festhypotheken zusammen. Alle drei Monate wird eine Festhypothek fällig und durch eine neue Tranche zu aktuellen Marktbedingungen ersetzt. Der Durchschnittszins der im Portefeuille befindlichen Festhypotheken ergibt den Basiszinssatz. Es gibt zwei-, drei- oder fünfjährige Kapitaltranchen. Je länger die Laufzeit dieser Tranchen, desto höher der Zinssatz - und desto kleiner die Zinsschwankungen. Da alle drei Monate nur eine von mehreren Tranchen ausgewechselt wird, wirken sich Änderungen des Marktzinses nur zaghaft auf den Hypozins aus. Der vom Kunden geschuldete Hypozins setzt sich aus dem Basiszinssatz plus einer individuellen Marge zusammen. Diese Marge spiegelt die Bonität des Kunden. Liegt beim Abschluss der Basiszins unter dem Marktzinsniveau, ist eine Einstiegsgebühr zu entrichten. Im umgekehrten Fall kommt man in den Genuss eines Einstiegserlöses, sofern sich Tranchen mit höheren Zinsen im Portefeuille befinden. Und auch beim Ausstieg werden je nach Marktzinssatz Erlöse gutgeschrieben oder Kosten verrechnet. Die Portfoliohypothek ist somit ein Zwischending mit Elementen von Fest- wie auch von variablen Hypotheken. Vorteil: Geringe Zinsschwankungen, weil immer nur eine Trachen der diversen Festhypotheken den Marktzinsen angepasst wird. Zu empfehlen ist sie höchstens bei steigenden Zinsen. Nachteil: Die Verständlichkeit des bereits komplizierten Konstrukts wird mit der Einstiegs- und Ausstiegsgebühr noch zusätzlich erschwert. Will man bei fallenden Zinsen aussteigen und von tieferen Festhypotheken profitieren, fallen hohe Ausstiegskosten an. Die Portfolio-Hypothek wird nur von der UBS angeboten. Vergleiche mit der Konkurrenz sind daher nicht möglich.
Man schliesst heute eine Festhypothek ab, die erst in Zukunft zu laufen beginnt. Wird häufig in Tiefzinsphasen abgeschlossen, wenn eine bestehende Festhypothek erst in ein paar Monaten abläuft.
Vorteil: Man kann vom tiefen Zinsniveau profitieren, obschon die Festhypothek unter Umständen erst in einem Jahr abläuft. Nachteil: Die Absicherung des Zinssatzes ist nicht gratis. Sie erfolgt je nach Vorlaufzeit gegen einen Aufpreis von rund einem Viertel bis einem halben Prozentpunkt.
Feuer, Hochwasser, Überschwemmung, Sturm, Hagel, Lawine, Schneedruck, Felssturz, Steinschlag und Erdrutsch - all diese Ereignisse sind durch die Feuer- und Elementarschadenversicherung gedeckt, oft schlicht Gebäudeversicherung genannt. Die Versicherung ist in 19 Kantonen obligatorisch. Wo sie freiwillig ist - Wallis, Uri, Appenzell Innerrhoden, Genf, Obwalden, Schwyz, Tessin -, ist sie dringend zu empfehlen. Zu beachten: Erdbebenschäden sind nicht gedeckt. Bei gewissen Anbietern können Erdbebenschäden als Zusatz zur Feuerversicherung versichert werden, meist aber nur mit einem sehr hohen Selbstbehalt.
Laut einem gängigen Verständnis ist der Wasserschaden ein Elementarschaden. Daher sollten Wasserschäden am Gebäude durch die Feuer- und Elementarschadenversicherung gedeckt sein. Diese logische Schlussfolgerung ist leider falsch: Schäden am Gebäude, die durch das Leck in der Wasserleitung, den Rückstau in der Kanalisation oder das defekte Wasserbett entstanden sind, gelten in der Terminologie der Versicherungsjuristen nicht als Elementarschaden. Wer also solche Schäden versichert haben will, braucht dazu die sogenannte Gebäudewasserversicherung. Zu beachten: Die Kosten für die Freilegung der Wasserleitung sind häufig nur bis 5000 Franken versichert. Eine höhere Deckung ist nur dort zu empfehlen, wo die Suche des Lecks mit überdurchschnittlich hohen Kosten verbunden sein wird, zum Beispiel wenn die Leitung unter einem Marmorboden durchführt.
Über die Bedeutung einer Hausratversicherung brauchen wir hier nicht zu diskutieren: Sie versichert das Mobiliar gegen Feuer, Wasserschäden oder auch Diebstahl. Achtung: Das Einfamilienhaus bietet mehr Platz als die Mietwohnung. Das wird sich in zusätzlichem Mobiliar niederschlagen. Beim Wechsel von der Wohnung ins Haus ist daher die Versicherungssumme nach oben anzupassen. Denn die Versicherungssumme sollte dem tatsächlichen Wert des Hausrates entsprechen. Wer unterversichert ist, muss Leistungskürzungen gewärtigen. Zu beachten: «Einfacher Diebstahl auswärts» wird häufig im Gesamtpaket mitversichert. Die grössten Schäden verursachen Fahrrad-, Ski- und Snowboard-Diebstähle. Wer kaum Gefahr läuft, dass solche Geräte abhanden kommen, kann auf diese Deckung verzichten.
Die zerborstene Wohnzimmerscheibe wird die Familie kaum ruinieren. Teurer kommt das gespaltene Lavabo oder die kaputte Keramikplatte. Aber auch solche Schäden sollten finanziell zu verkraften sein. Die Glasversicherung ist kein Muss. Zu beachten: Versichert ist nur fest installiertes Glas, nicht jedoch Glasgeschirr, Glasfiguren oder Handspiegel.
Hauseigentümer leben gefährlich: Sie haften für allerlei Schäden, für die sie eigentlich nichts dafür können. Sei es, weil die morsche Birke den Audi des ohnehin schon nervigen Nachbarn zerdrückte, weil ein loser Dachziegel den Schädel des Briefträgers zertrümmerte oder weil der Hausierer auf dem glitschigen Zufahrtsweg ausrutschte. Die Privathaftpflichtversicherung ist ein Muss. Bei Mehrfamilienhäusern oder vermieteten Liegenschaften braucht man zusätzlich sogar noch eine Gebäudehaftpflichtversicherung. Zu beachten: Die Kinder sind in der Familienpolice mitversichert. Sobald sie aber mündig werden, einen Lohn beziehen oder ausziehen, könnte eine verhängnisvolle Versicherungslücke entstehen.
Ich habe ja eine Privathaftpflicht. Weshalb brauche ich auch noch eine Gebäudehaftpflichtversicherung? Für Bewohner von Einfamilienhäusern ist diese Frage berechtigt. Sobald Sie jedoch das Haus vermieten, wird die Privathaftpfllicht die Schäden nicht mehr übernehmen. Dann brauchen Sie eine Gebäudehaftpflichtversicherung. Das gleiche gilt für Besitzer von Stockwerkeigentum oder Mehrfamilienhäusern ab vier Wohnungen.
Zänkische Nachbarn beschäftigen die Gerichte ziemlich häufig. Das geht so weit, dass zum Beispiel der Rechtsschutzversicherer CAP von Hauseigentümern um 40 Prozent teurere Prämien verlangt als von Mietern. Zu beachten: Rechtsschutzversicherungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie mehr ausschliessen als einschliessen. Die häufigsten Fälle für einen Anwalt wie Scheidungen oder Erbstreitigkeiten sind nicht versichert. Es lohnt sich abzuklären, welche Rechtsgebiete tatsächlich versichert sind.
NOTE: The content of this website is accessible with any browser. The graphical design though relies completely on CSS2 styles. If you see this text, this means that your browser does not support CSS2. Consider upgrading to a standard conformant browser like Mozilla Firefox, Opera, Safari or Konqueror for example.